
Networking Event 2026 an der RUB
Am 20. und 21. Oktober 2026 fand die zweite Ausgabe von AI for Nuclear (AI4N) an der Ruhr-Universität Bochum statt. Das Networking-Event basiert auf dem Verbundprojekt InnoPhase zwischen dem Institut für Kernenergetik und Energiesysteme (IKE) und Machine Learning for Simulation Science (MLS) der Universität Stuttgart und der AG Plant Simulation and Safety (PSS) der Ruhr-Universität. Organisiert wurde AI4N in diesem Jahr durch die Projektmitarbeiterinnen des PSS. Ziel der Veranstaltung war es, Forschende, Promovierende, Studierende und Industrieexpertinnen und -experten zusammenzubringen, um aktuelle Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zu diskutieren und den Austausch zwischen Wissenschaft und industrieller Praxis zu stärken.
Über eineinhalb Tage boten Fachvorträge, Posterpräsentationen und ein praxisorientierter Workshop vielfältige Möglichkeiten, neue Forschungsansätze kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Herausforderungen zu diskutieren. Die Beiträge verdeutlichten die große Bandbreite möglicher KI-Anwendungen – von maschinellem Lernen zur Unterstützung reaktorsicherheitstechnischer Analysen und thermohydraulischer Modellierungen über industrielle Anwendungen in regulierten Umgebungen bis hin zum Einsatz großer Sprachmodelle und Wissensgraphen für die technische Dokumentation und die Unterstützung von Genehmigungsprozessen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den Anforderungen an einen sicheren, zuverlässigen und verantwortungsvollen Einsatz von KI. Gerade im Bereich der Kerntechnik, wo Sicherheit und Nachvollziehbarkeit eine zentrale Rolle spielen, reicht es nicht aus, allein die Leistungsfähigkeit neuer Methoden zu betrachten. Ebenso entscheidend ist die Frage, wie belastbar und verlässlich die erzielten Ergebnisse tatsächlich sind. Die Diskussionen machten deutlich, dass KI-generierte Ergebnisse kritisch bewertet und angemessen validiert werden müssen, anstatt ihnen ungeprüft zu vertrauen. Auch Fragen der Zertifizierung, der Regulierung und der ethischen Verantwortung beim Einsatz von KI wurden thematisiert. Die Beiträge aus der Industrie ermöglichten dabei wertvolle Einblicke in die praktischen Chancen und Herausforderungen, die mit der Integration von KI in bestehende Prozesse und sicherheitskritische Arbeitsumgebungen verbunden sind.
Die Veranstaltung bot damit nicht nur Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten, sondern förderte auch den Dialog über die Voraussetzungen für einen sinnvollen und verantwortungsvollen Einsatz von KI in einem anspruchsvollen technischen Umfeld. Die lebhaften Diskussionen in den Pausen und Poster-Sessions zeigten, dass der Bedarf des interdisziplinären Austausches zwischen Wissenschaft und Industrie in der Community auf jeden Fall vorhanden ist und unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Perspektiven, um das Potenzial künstlicher Intelligenz zu erschließen und gleichzeitig den hohen Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit gerecht zu werden.
Ein herzlicher Dank gilt allen Vortragenden, Posterautorinnen und -autoren, Teilnehmenden und Unterstützenden sowie den Sponsoren, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Wir freuen uns darauf, den Austausch im Rahmen der nächsten Ausgabe von AI4N im Jahr 2027 fortzusetzen.